Archive for Dezember, 2010

Dez 30 2010

Aswan nach Wadi Halfa

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Die Fähre von Aswan nach Wadi Halfa war definitiv ein Erlebnis. Da die Kabinen der ersten Klasse ausverkauft waren, blieb den meisten Overlandern und mir nur die Deckklasse übrig. Das bedeutet, dass man die Wahl zwischen dem überfüllten und stickigen Bug des Schiffs und dem überfüllten Deck an der frischen und kühlen Nachtluft hat. Wir haben uns für letzteres entschieden, in beiden Fällen ist jedoch entscheidend, dass man sich möglichst schnell die besten Plätze sichert. Es gab zum Glück eine gute Aufgabenteilung: die Mädels kümmerten sich um die Schlafplätze, die Männer um das Verladen der Fahrzeuge, so dass wir einen sehr guten Schlafplatz unterhalb der Rettungsboote an Deck ergattern konnten, der Sonnenschutz bietet und zudem noch eingezäunt ist, was die Verteidigung erleichtert. Der Sonnenuntergang auf dem Lake Nasser war großartig, dank meines Schlafsacks und der Isomatte konnte mir die nächtliche Frische nichts anhaben und ich schlief wie ein Murmeltier bis ich gegen vier Uhr aufgrund Wassergeplätschers abrupt aus dem Schlaf gerissen wurde. Ich realisierte schnell, dass jemand einen an Deck direkt neben uns befindlichen Wasserhahn geöffnet hatte und eine Menge Wasser ausströmte, welches direkt auf uns zu floss. Nun hieß es eine neuen Schlafplatz zu finden, glücklicherweise war direkt neben uns ein trockenes Fleckchen zu finden und ich hätte meinen Schlaf fortsetzen können, wenn nicht um exakt fünf Uhr der Gebetsruf in voller Lautstärke aus dem direkt neben mir angebrachten Lautsprecher getönt hätte. Etwas Gutes hatte das Ganze jedoch: ich habe den Sonnenaufgang nicht verschlafen und konnte Abu Simbel in der frühen Morgensonne genießen.

Nach etwa zwanzig Stunden kamen wir dann in Wadi Halfa an und das Warten auf den nachkommenden Ponton mit den Fahrzeugen begann.

Mein erstes Vorurteil über den Sudan wurde derweil widerlegt: ich habe eine SIM-Karte gekauft und konnte sofort ohne irgendeine Konfiguration mobil im Internet surfen. Für ein Sudanesisches Pfund (25 Cents) pro Tag bietet Zain Sudan eine Flatrate. Die Verbindung ist natürlich nur GPRS und damit relativ lahm, aber es war schon ein seltsames Gefühl in Wadi Halfa, diesem Nest mitten in der Wüste, ein Bild mit meinem Handy aufzunehmen und direkt bei Facebook hochzuladen.

Wir hatten Glück, denn das Wetter war gut und es gab keinen Sturm, so dass der Ponton am folgenden Tag ankam. Nun galt es die Fahrzeuge durch den Zoll zu bekommen. Auf der Fähre wurden wir schon von sogenannten “Fixern” angesprochen, die uns anboten uns für etwa 40 USD mit den Zollformalitäten zu helfen. Die eine Hälfte der Overlander entschloss sich dazu, deren Dienstleistung in Anspruch zu nehmen, die andere wollte es auf eigene Faust versuchen. Ich gehörte leider zu letzteren Gruppe, denn wir mussten feststellen, dass es keinen Weg gibt, die Formalitäten ohne Hilfe dieser Fixer zu erledigen. Wir haben uns an den höchsten Beamten gewendet, den wir finden konnten, der, nachdem er unser Anliegen verstanden hatte, plötzlich kein Englisch mehr sprach. Unglaublicherweise gab es keinen Weg, die Fahrzeuge aus dem Hafen zu bekommen, ohne einen Fixer zu engagieren. Wir mussten also nach mehreren Stunden zähneknirschend einlenken und konnten endlich über vier Stunden später als die anderen einreisen.

This is Africa :-)

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Dez 25 2010

Luxor & Aswan

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Als ich in Kairo gen Luxor aufgebrochen bin, hat es stark gestürmt und der Himmel war gelblich-grau vor Sand. Ich hatte doch etwas Bedenken, ob der Sandsturm nicht schlimmer werden würde, aber es ging. Das Fahren war anstrengend, vor allem in den Passagen durch die Wüste abseits des Nils, wo der Wind über die Ebene fegte. Am geschützten Ufer des Nils ging es und ich habe nach einigen Stunden und 250 Kilometern die Stadt El Minya erreicht, um dort Zwischenstopp zu machen. Habe mich dort in einem Mittelklasse Hotel in meinem Zimmer mit Satelliten-TV und Nilblick erholt und Abends Wall-E gesehen.
Am nächsten Tag ging es dann bei strahlendem Sonnenschein weiter nach Luxor, 400 Kilometer mit unzähligen Checkpoints durch viele kleine Dörfer am Nil. Die Landschaft ist atemberaubend. Felsen links, der breite Nil rechts, Wüste, Felder, Palmen. Die bewirtschafteten Bereiche erinnern mich sehr stark an Indien, die Wüste wiederum ist karg und felsig. Kurz vor Sonnenuntergang bin ich in Luxor angekommen und habe das Happy Land Hotel gefunden, eine kleine saubere Bleibe etwas abseits des zentralen Luxor Tempels. Ich bin zwei Tage in Luxor geblieben, den ersten Tag galt es das Westufer mit den Tempeln von Karnak, dem Luxor Museum und dem Luxor Tempel zu erkunden.
Am zweiten Tag habe ich mir dann das Ostufer vorgeknüft, Highlight ist hier natürlich das Tal der Könige, das Ramesseum, die Memnonkolosse, der Hatschepsut Tempel und mein Favorit, der Tempel Medinet Habu.
Nach dieser ganzen Tempelorgie war ich ziemlich müde und froh, mich durch die Besuchermassen durchgekämpft zu haben. Die Eintrittspreise in Ägypten sind auch gesalzen. Das Ticket pro Sehenswürdigkeit kostet 5 und 15 Euro. Das summiert sich schnell auf.

Nach Aswan sind es von Luxor nur 270 Kilometer. Bis vor Kurzem musste man die Strecke noch in einem geschützten Konvoi zurücklegen, das hat sich glücklicherweise geändert. Wieder galt es einige Checkpoints zu passieren, wobei die Beamten immer sehr freundlich und zu einem Spaß aufgelegt waren. Ein Lächeln und eine angebotene Zigarette bewirken hier Wunder.
In Aswan habe ich eine anstrengende Tour nach Abu Simbel gemacht, die morgens um halb vier Uhr startet. Um vier Uhr geht es im Konvoi die 280 Kilometer nach Abu Simbel, dreieinhalb Stunden im Minibus. Eine gute Stunde Sightseeing, dann weider dreieinhalb Stunden zurück. Hight Dam schauen, rüber auf Philae Island, einem ptolomäischen Tempel aus der hellenistischen und römischen Zeit, in welchem Isis gehuldigt wurde. Dann endlich zurück. Habe den Rest des Abends bis zum anderen Morgen durchgepennt. Abu Simbel und Philae wurden in einer ingeniertechnischen Meisterleistung umgesiedelt, da sie sonst für immer vom Wasser des Aswan-Staudammes verschluckt worden wären. Das im Hinterkopf, fühlen sich beide Sehenswürdigkeiten eher an wie ein Freilichtmuseen.
Vor meiner Abreise in den Sudan habe ich noch das schnelle Internet meines Hotels ausgenutzt und eine Menge Bilder hochgeladen. Wie die Internetverbindungen im Sudan sind, weiss man ja nicht, vermutlich jedoch eher langsam.
Am Samstag, zwei Tage vor der Abreise, habe ich mein Ticket für die Fähre nach Wadi Halfa gekauft. 60 USD für die zweite Klasse, ein Platz irgendwo auf dem Deck und 40 USD für mein Motorrad auf einem extra Ponton, der getrennt fährt. Für das Ticket benötigt man allerdings eine Bescheinigung vom Traffic Court, dass man in Ägypten ein sauberes Unfallregister hat. Also hin, dank GPS kein Problem. Als ich dort ankam, sah ich schon die anderen Overlander Schlange stehen. Insgesamt werden zwei große Trucks und sieben Geländewagen (Landcruiser und Landrover) mit mir auf der Fähre sein, leider kein weiterer Motorradfahrer. Schade. Mit der Bescheinigung, die in nur drei Studnen ausgestellt war, ging es dann zum Büro der Fährgesellschaft und dort wurden endlich unsere Tickets ausgestellt. Damit hatte ich dann den Samstag auch gut hinter mich gebracht. Am Montag Morgen um acht Uhr haben wir uns dann alle an der Station der Verkehrspolizei getroffen, von wo aus wir gemeinsam mit einem Beamten Richtung Hafen aufgebrochen sind. Dort galt es alle Formalitäten der Ausreise zu erledigen, was viel Warten und unzählige Stationen bedeutete. Um es kurz zu machen, um fünf Uhr waren wir soweit, die Fahrzeuge auf dem Ponton verladen, mein Motorrad sicher vertaut und wir an Bord der Fähre, welche dann eine halbe Stunde später endlich ablegte.

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Dez 20 2010

Kairo

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Von Dahab nach Kairo sind es etwa 600 Kilometer, und ich habe mich für die Route quer durch die Sinai-Halbinsel vorbei am Katharinenkloster, dem biblischen Berg Sinai und dem Suez-Kanal entschieden. Die Wüste auf der Strecke durch den Sinai ist unglaublich, alle paar Kilometer wechselt der Sand seine Farbe, es gibt Schluchten und steile Canyons, eine beeindruckende Landschaft, die von weinige Beduinen bewohnt wird. Eine deutsche Auswandererin hat mir erzählt, dass in dieser Wüste mehr Menschen ertrinken als verdursten. Es gibt alle Jubeljahre sindflutartige Regenfälle und innerhalb weniger Minuten werden Täler von einer Flutwelle erfasst und wer sich dort befindet, hat keine Überlebenschance. Die meisten Opfer sind Touristen, aber es kommen auch hin und wieder Einheimische ums Leben.
Meine Kette ist nun endgültig hinüber, ich hatte sie in Dahab gespannt und in Kairo angekommen ratterte sie wieder, so dass ich dachte, sie würde gleich vom Ritzel springen. Nach 22.000 Kilometern ist sie nun wirklich durch. Gutes Timing, meine Ersatzteile sind schon in Kairo angekommen, Herr Hasem, ein Vertreter der Firma Erichsen, hat sie für mich empfangen. Ich habe über das Internet die Werkstadt von Mohamed Anwar gefunden, der in Ägypten als einer der besten Zweiradmechaniker gilt. So war meine erste Mission, die Ersatzteile abzuholen, einen Cay mit dem lieben Herrn Hashem zu trinken und mir Geschichten der Firma Erichsen in Hemer anzuhören. Danach ging es zu Mohameds Werkstatt, die ich Dank GPS schnell gefunden habe. Was für ein erleuchtender Moment, als ich von der staubigen Seitenstrasse in die Halle einfuhr und dort etwa dreißig fette Motorräder, Harleys, eine Royal Enfield, Enduros und zahlreiche Joghurtbecher standen. Wer in Kairo ein richtiges Motorrad und nicht eines dieser billigen chinesischen Kleinkrafträdern mit 150 ccm fährt, geht zu Mohamed.
Der hat dann meine Kette und Ritzel gewechselt, die Continental TKC 80 Geländereifen mit Schlauchstopper aufgezogen, Öl und Ölfilter gewechselt, Luftfilter gereinigt und das Ventilspiel per Gehör (!) geprüft. Meine Tenere ist nun bereit für Afrika und sieht nach 12.000 Kilometern immer noch aus wie neu.
Ich hatte weitere Pflichtaufgaben in der Hauptstadt zu erledigen. Das Visum für Sudan, Visum für Äthiopien und die Verlängerung des Ägyptischen Visums. Alles hat gut geklappt. Das Sudanesische Visum hat mir am meisten Sorge bereitet, aber nachdem ich von der Deutschen Botschaft mein Empfehlungsschreiben abgeholt, die Formulare ausgefüllt und meine 100 USD bezahlt hatte, konnte ich das Visum nach nur zwei Tagen abholen. Die beiden anderen Aufgaben klappten genauso problemlos.
Ich habe Yogi und Clark, die beiden Autralier aus Dahab, wiedergetroffen und wir waren im Cairo Jazz Club, haben dort Cocktails getrunken und sind ordentlich versackt. Um die Ecke des Dahab Hostels, eine schöne Oase in der hektischen Stadt mit entspannendem Dachgarten, gab es eine Menge von Teehäusern, wo wir die ein oder andere Sheesha geraucht und Partie Backgammon gespielt haben.
Natürlich habe ich die Pyramiden von Gizeh gesehen, war im Ägyptischen Museum, in der Altstadt, der Zitadelle und der Dead City, einem großen Friedhof, auf welchem zwischen den Gräbern die Armen wohnen. Das Museum of Islamic Art war eines der Highlights, ich war dort mit Florian und seiner Freundin, er ist Islamwissenschaftler und konnte natürlich einige interessante Details erläutern. Das Museum ist nach ewig langer Restauration vor kurzem wiedereröffnet worden und die Ausstellung ist grandios. Highlight is einer der ältesten Korane der Welt, aber alle Perioden von dem Umayyaden über die Abassiden, Fatimiden, Abbuyiden, Mamluken bis hin zu den Türken werden abgedeckt.
Hatte mir leider eine Erkältung zugezogen und hatte eine Woche lang starken Husten und Schnupfen. Es gab einen Wetterumschwung, so dass es richtig kalt wurde und dabei muss ich mich wohl erkältet haben. Der Smog und dann zuletzt ein Sandsturm hat nicht zur Besserung beigetragen. Nach anderthalb Wochen bin ich dann endgültig Richtung Süden aufgebrochen, den zweiten wohl abenteuerlichere Teil meiner Transafrikareise beginnend.

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Dez 16 2010

Dahab

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Die fünf Stunden auf der Fähre von Aqaba nach Nuweiba habe ich nicht geschlafen, sondern mich mit einem anderen Deutschen Overlander auf dem Weg nach Südafrika unterhalten. Das war ein Fehler, denn nachdem wir die langwierigen und teuren (insgesamt etwas 150 EUR) Grenzformalitäten hinter uns hatten war es 9 Uhr und als ich endlich hundsmüde in Dahab angekommen bin war es 11 Uhr. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt 28 Stunden nicht geschlafen und habe mir das nächste Zimmer genommen und dann 24 Stunden am Stück geschlafen, nachdem ich leichtes Fieber bekommen hatte. Die Tour war anscheinend doch zu viel für meinen Körper, aber nach der Schlafkur ging es mir wieder gut.

Ich wollte eigentlich nur eine Woche in Dahab bleiben, bin aber doch zwei Wochen dort geblieben und die Zeit ging vorbei wie im Flug.
Ich habe im Diver’s House meinen PADI Rescue Diver gemacht und hatte wirklich ein glückliches Händchen mit der Tauchbasis: das Diver’s House ist günstig und gut. Ein deutsch-schweizerisches Pärchen, Muriel und Heppo aus Stockheim in Bayern, haben sich schon lange mit dem Gedanken getragen, ihren Rescue Diver zu machen. Als ich um die Ecke kam, gab das den letzten Anstoß. Wir hatten zusammen viel Spaß, Roland unser Tauchlehrer war ein Schatz und so hatten wir interessante, lehrreiche und spannende vier Tage zusammen erlebt.
Ich habe natürlich noch weitere Tauchgänge gemacht, ein besonderes Erlebnis war die Thistlegorm, ein Britsicher Frachter, der von einem Deutschen Bomber im zweiten Weltkrieg versenkt wurde. Auf 30 Metern Tiefe liegt das Schiff mitsamt seiner Fracht aufrecht und man kann in die Lagerräume hinabtauchen und die Lastwagen, Motorräder und zwei Lokomotiven begutachten. Die Reifen der Motorräder sind nach über sechzig Jahren noch mit Luft gefüllt und sehen aus, als könnte man mit ihnen gleich losfahren.

Fotos auf Facebook

Feiern war ich natürlich auch. Habe Yogi aus Australien wiedergetroffen, mit dem ich in Beirut so abgestürzt bin. Wir waren schön in der Disco, allerdings ist das Nachtleben in Dahab nichts Besonderes. Die meisten Leute sind vom Tauchen so müde, dass sie früh nach Hause gehen.

Nach schönen zwei Wochen in diesem gemütlichen Nest, in welches ich definitiv wieder zum Tauchen kommen werde (es ist ja nicht weit von uns aus), bin ich mich dann Richtung Kairo aufgebrochen, wo auf mich einiges an Organisationskram wartet.

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Dez 10 2010

Jordanien

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An der Jordanischen Grenze etwa 90 Kilometer südlich von Damaskus erwartete mich eine lange Schlange von Fahrzeugen. Ich wurde allerdings sofort von einem Grenzer nach vorne gewunken und konnte auf der VIP-Spur alle Wartenden überholen. So haben alle Formalitäten nur eine knappe halbe Stunde gedauert und ich konnte meine Reise nach Madaba, 50 Kilometer südlich von Amman, fortsetzen. Seit fünf Jahren sind Motorräder in Jordanien verboten, es gab wohl zu viele tödliche Unfälle, was bei dem chaotischen Verkehr kein Wunder ist. Allerdings ist König Abdullah II selbst ein Biker (ein Reisender erzählte mir, der König wäre auf einer Harley mit Begleitschutz und Helikopter als Sicherung an ihm vorbeigedonnert) und deshalb gibt es den königlichen Motorradclub für die oberen Zehntausend. So habe ich mir meine Sonderbehandlung an der Grenze erklärt.
Am Toten Meer traf ich allerdings noch den Harley Davidson Club Sankt Petersburg auf Ausfahrt. Die Jungs und Mädels haben ganz schön einen auf dicke Hose gemacht mit ihren Street Glides, aber die Russen sind ja nicht als Leisetreter bekannt.
Von Madaba, berühmt wegen seiner Mosaike, ging es zum Toten Meer, habe dort ein Bad (ganz schön seltsam, bei dem Auftrieb bleiben zweidrittel des Körpers über Wasser) und eine Art Ganzkörperfangopackung genommen und bin dann weiter nach Petra gefahren. Die antike Hauptstadt des Nabatäerreiches ist eines der neuen sieben Weltwunder und die Haupttouristenattraktion Jordaniens. Der Eintritt schlägt mit 50 EUR für einen Tag (ok, es sind nur noch 55 EUR für zwei und 60 EUR für drei Tage :-)) alle Rekorde. Tagestouristen zahlen sogar 90 EUR. Unglaublich. Dennoch will man sich diese einmalige Sehenswürdigkeit nicht entgehen lassen und abseits der Massen kann man mutterseelenallein durch Seitentäler wandern und einsame Höhlen und Gräber entdecken.

Nächster Stopp war Wadi Rum, eine felsige Wüstenlandschaft, bekannt durch den Film Lawrence von Arabien, der hier in Teilen aufgenommen wurde. Der zugängliche Teil Wadi Rums ist gar nicht so groß, wie ich vorher gedacht habe und es ist dort einiges los, denn unzählige Touristen werden auf Pferden, Kamelen oder die ganz faulen wie ich mit Geländewagen herumkutschiert. Die Pisten sind gar nicht so schlecht und ich habe mich im Nachhinein geärgert, dass ich mich nicht traute, die Gegend auf eigene Faust mit dem Motorrad zu erkunden. Zu meiner Entschuldigung ist anzuführen, dass meine Kette schon ziemlich hinüber war und ich nicht die richtigen Reifen (und fehlende Schlauchstopper) hatte.
Nach einer erholsamen Nacht in einem Beduinencamp in der Wüste ging es am nächsten morgen weiter nach Aqaba am Roten Meer. Ich musste allerdings unterwegs noch ein Gewitter und heftige Regenschauer (in der Wüste!) abwarten, bevor ich endlich weiterfahren konnte.
In Aqaba habe ich dann um Mitternacht die Fähre nach Nuweiba auf der Sinaihalbinsel genommen und somit das schöne aber auch teure Jordanien hinter mir gelassen.

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