Archive for Oktober, 2008

Okt 30 2008

Fiesta in Copacabana

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Als ich in Copacabana in meinem Hotel eincheckte, kam ich ins Gespraech mit dem Paerchen an der Rezeption, Paola und Reynaldo. Nach kurzem Smalltalk fragten sie mich, ob ich gerne tanzen wuerde. Klar, und schon wurde ich zur ersten Geburtstagsfeier ihres kleinen Sohnes Andry eingeladen. Ich war doch sehr erstaunt, dass die einen Wildfremden zu einer so privaten Feier einladen.

So habe ich mich dann abends in meiner extra fuer die Party gekauften Wolljacke mit Andenmuster auf den Weg ins “Christal Palace” gemacht. In der riesigen kaum gefuellten Halle war ich neben dem kleinen Geburtstagskind wohl die Hauptattraktion des Abends. Nach einer kurzen Zeit und einigen Biechen fuehlte ich mich aber dann ziemlich wohl und der Onkel von Paola aus dem fernen Santa Cruz gesellte sich zu mir. Da er auch keinen kannte, haben uns als wir noch im Stande dazu waren gut unterhalten und verstanden.

Es wurde unglaublich viel getrunken, vor allem Bier. Als Gastgeschenk sind wie bei unseren Studiparties Bierkaesten ueblich. Allerdings ist es in Bolivien Sitte, immer mehr Kaesten mitzubringen, als der Gastgeber beim letzten mal auf der eigenen Feier mitgebracht hat. Deshalb ruecken die Gaeste mit vier oder fuenf Kaesten pro Person an und die Flaschen sind alle geoeffnet, damit auch alles ja am gleichen Abend vernichtet wird.

Neben Bier bekommt man noch alle Nase lang Singani, dem Perus Pisco und Italiens Grappa aehnlichem Nationalgetraenk, angeboten und so waren meine Beine nach kurzer Zeit gelockert, ich habe getanzt und den Latinos mal gezeigt, was Rythmusgefuehl ist. Am Ende des Abends war ich wie alle anderen im Cristal Palace ordentlich blau und weiss nicht mehr genau, wie ich nach Hause gekommen bin.

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Okt 26 2008

Titikakasee

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Von Cuzco aus bin ich mit dem Nachtbus nach Puno am Titikakasee weitergereist. Der liegt auf 3.800m Metern Hoehe und ist der hoechste schiffbare See der Welt. 60% des Sees gehoeren zu Peru und 40% zu Bolivien. Der Running Gag am See schein zu sein, dass “Titi” zu Peru und “Kaka” zu Bolivien gehoert, dort wird der Gag natuerlich genau andersherum erzaehlt. Ich habe mich schlappgelacht, was bei der duennen Luft allerdings schnell passiert ;-)

Von Puno aus habe ich die schwimmenden Inseln der Uros besucht. Die Uros, eine Aymara sprechende Minderheit der ueberwiegend Quechua sprechenden Indios in der Region, leben vor allem vom Fischfang und natuerlich mittlerweile vom Tourismus. Ihre Inseln bestehen aus den auftriebsstarken Wurzeln des umgebenden Schilfs, die quadratisch geschnitten und anschliessend zu einer Plattform zusammengebunden werden. Auf diese Flache werden dann mehrere Schichten Schilf gelegt und fertig ist die Isla Flotante. Natuerlich sind die Inseln und Schilfhaeuser der Uros sehr wartungsintensiv und das Schilf muss staendig erneuert werden, aber dafuer haben die Uros ihre Freiheit und sind mit den Inseln sehr mobil, gibt es Probleme mit den Nachbarn oder will man mal lange und laut feiern, wird einfach die Befestigung geloest und man bewegt die Insel an einen anderen Ort.

Nach den Uros ging es in einer zweistuendigen Bootsfahrt zur Isla Taquile. Die Insel Taquile befindet sich inmitten des Titicacasees, 35km von Puno entfernt. Berühmt ist Taquile durch ihre “strickenden Männer”, die man ueberall auf der Insel antreffen kann. Das Stricken ist dort reine Maennersache und gestrickt werden vor allem die Chillihuas, schoene lange Zipfelmuetzen, mit eigenem Muster fuer verheiratete Maenner und Singles.

Nach Puno bin ich in den suedlichen Bolivianischen Teil des Sees gereist, nach Copacabana, nicht zu verwechseln mit Rios Traumstand. Von dort aus erreicht man die Isla del Sol, eine traumhafte Insel, auf der nach den Inkalegenden der erste Inka (der Inka ist der Herrscher der Inkas) und seine Frau vom Sonnengott Inti erschaffen wurden, um spaeter Cuzco zu gruenden. Wir wurden im Norden der Insel abgesetzt und nach dreistuendiger Wanderung zu den Sehenswuerdigkeiten und ueber den Bergkamm im suedlichen Hafen Yumani wieder aufgelesen.

Der Titikakasee bietet natuerlich unzaehlige tolle Motive und die Bilder schiessen sich fast von alleine, deshalb hier auch ein grosses Album mit ueber 60 Bildern:



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Okt 26 2008

Machu Picchu

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Noch mit Muskelkater von meinem Ausflug in die Wanderwelt ging es auf nach Cuzco und in das heilige Tal, dem Zentrum des Inkareichs. Cuzco liegt auf 3300 Metern Hoehe und dementsprechend ist es hier nachts ziemlich schattig, tagsueber entfachen die Sonnenstrahlen in dieser Hoehe ihre Wirkung und es wird ordentlich heiss. Ich will ja nicht andauernd jammern, aber zu meinem Muskelkater gesellte sich in Cuzco noch eine ordentliche Erkaeltung, die mich einen Abend und einen Vormittag ans Bett fesselte.

So konnte ich auch nicht wie beabsichtigt einen alternativen Inkatrail laufen (DEN Inkatrail muss man mindestens ein halbes Jahr im Vorraus reservieren und noch dazu ist er mit weit ueber 300 US$ recht teuer), sondern musste den Zug zu dem “alten Gipfel” nehmen. Es gibt zwei Zuege, einen guenstigeren Backpacker-Zug und den teureren Vistadome mit anoramadach nd kleinem Snack an Bord. Ersterer war lieider schon ausgebucht und so musste ich in den sauren Apfel beissen und 140 US$ fuer Hin- und Rueckfahrt hinblaettern. Dazu kommen noch 30 EUR Eintritt und 10 EUR Bustransfer vom Bahnhof in Aguas Calientes zu den Ruinen. Perurail hat aber leider ein Monopol auf die Strecke und so kommt man um die saftigen Preise nicht drumherum. Man kann etwas sparen, indem man ein Teilstueck mit dem Bus faehrt, aber so viel ist das dann auch wieder nicht und meiner Meinung nach lohnt sich der Stress nicht.

Natuerlich ist der Machu Picchu trotz der hohen Anreisekosten und der Millionen von Touristen, die sich zwischen den Resten der alten Inkastadt tummeln, sehenswert. Die Landschaft und die Aussicht auf steile bewaldete Berge und athemraubende tiefe Schluchten ist einfach einzigartig.

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Das heilige Tal und Cuzco haben natuerlich noch eine ganze Menge weiterer Attraktionen zu bieten, ich  habe unter anderem noch Sacsayhuamán (groesste Inkafestung und mit “Sexy Woman” hat man noch eine sehr gute Eselsbruecke), Coricancha (wichtigster Inkatempel, nachdem die Spanier das Gold nach Hause geschafft hatten, haben sie den alten Tempel mit einem beeindruckendem Kloster ueberbaut) und natuerlich die Kathedrale, die Iglesia de la Compañia de Jesus und Iglesia San Blas angesehen, tolle Barrockkirchen mit einem ganz eigenen andentypischen Stil: es wurden alte religioese Elemente der Inkas eingearbeitet, um die neue Religion der einfachen Bevoelkerung versteandlich und schmackhaft zu machen. In der Iglesia de San Blas findet man beispielsweise Heiligenbildnisse mit eingearbeiteten Kokablaettern.

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Okt 12 2008

Arequipa und Cañon del Colca

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Von Nazca aus ging es mit dem Nachtbus (purer Luxus: 180 Grad Liegesitze , Abendessen und Fruehstueck an Bord) nach Arequipa, mit knapp 800.000 Einwohnern die zweitgroesste Stadt Perus. Arequipa ist der ideale Ort, um sich auf dem Weg nach Cuzco und dem Titikakasee an die Hoehe zu gewoehnen. Ausserdem findet man in der Umgebung die zwei tiefsten Canyons der Welt, Cañon del Cotahuasi (3345m) und Cañon del Colca (3191m), die beide mehr als doppelt so tief wie der Grand Canyon in den USA sind.

Hier ein paar Eindruecke aus Arequipa, welche auch die weisse Stadt genannt wird, weil fuer den Bau der historischen Gebaeude das helle Sillar-Gestein vulkanischen Ursprungs verwendet wurde:

Die Kathedrale bei Nacht
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Ich hatte mich entschlossen, meine Kondition zu testen und habe eine Bergtour im Cañon del Colca gemacht. Die zwei Tage waren wirklich anstrengend, vor allem wegen der duennen Hoehenluft, aber auch wegen des wenigen Schlafes, denn es ging an beiden Tagen mitten in der Nacht los.

Ich wurde am Dienstag um 1 Uhr abgeholt und zum Busbahnhof gebracht, um dort den Bus zum Cruz del Condor zu nehmen, wo ich mit zwei 23 jaehrigen Deutschen zusammentreffen sollte, die einen Tag vorher gestartet sind. Nach fuenfstuendiger Fahrt ueber Schotterpisten in einem ueberfuellten Bus, auf der ich kein Auge zugetan habe, kam ich dann am Cruz an. Dort hatte ich viel Zeit um auf den Andencondor zu warten, den man mit viel Glueck hier antrifft. Nach drei Stunden liess sich ein junger Condor in einiger Entfernung blicken und da ich meinen Beobachtungsposten richtig gewaehlt hatte, konnte ich dank Tele ein paar Fotos schiessen. Eine weitere Stunde spaeter traf ich die beiden Deutschen Studis Alex und Kai sowie unseren 17 Jahre jungen Fuehrer Pablo und der Trek konnte endlich beginnen. Das Ziel der ersten Etappe war die Oase auf dem Grund des Canyons, die mit ihrem milden Mikroklima und den von weiten sichtbaren Swimmingpools lockt. Aber vorher war erst der vierstuendige steile und steinige Abstieg zu bewaeltigen. Gut und ohne Sturz unten angekommen gab es ein leckeres Mittagessen und nach kurzer Erholung schnappten wir uns unsere Rucksaecke, um den Weg fortzusetzen. Ein einstuendiger steiler Anstieg zu einem der kleinen Doerfer des Canyons haette mir dann fast den Rest gegeben, ich hatte ja durchgemacht, nicht geschlafen und die Jungs haben ein ordentliches Tempo angeschlagen, welches ich Opa nur mit Muehe mithalten konnte. Zum Glueck war das auch die letzte groessere Anstrengung des Tages, denn wir mussten nur noch eine Stunde bergab klettern, um endlich die Oase zu ereichen. Der Abend war nach diesem langem Tag fuer mich sehr kurz, nach einem Bad im kalten Pool, einem guten Abendessen, einer Tasse Mate de Coca und zwei Bierchen fiel ich um 20 Uhr ins Bett der spartanischen Huette unserer Unterkunft und war nach 5 Minuten eingeschlafen.

Mitten in der Nacht um 3 Uhr weckte uns Pablo und wir begannen im Dunklen den dreistuendigen Aufstieg. Um 5 Uhr konnten wir einen wunderschoenen Sonnenaufgang bewundern, allerdings hatte ich an diesem Punkt schon ganz schoen zu kaempfen. Der Pfad war sehr steil, meine aden schmerzten und die duenne Hoehenluft tat ihr Uebriges. Eine halbe Stunde spaeter erreichten wir endlich nach 1000 hart erkaempften Hoehenmetern den Rand des Canyons und ich war am Ende. Nassgeschwitzt und nach Luft schnappend, aber gluecklich mit den Jungspunden einigermassen mitgehalten zu haben. Eine weitere halbe Stunde spater kamen wir dann im Oertchen Cabanaconde an, wo uns ein leckeres Fruehstueck erwartete.

Alles in allem war die doch Tour sehr anstrengend, aber ich bin froh, sie gemacht zu haben. Die Landschaft ist absolut beeindruckend, das karge Hochland und die umgebenden schneebedeckten Gipfel der ueber 6000m hohen Vulkane bilden eine einzigartige Kulisse.

Eine eingeschworene Seilschaft: Kai, Pablo, Alex und ich (vrnl)
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Okt 05 2008

Die Linien von Nazca

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Nachdem ich mich vom anstrengenden Vortag erholt habe ging es um 8 Uhr los in Richtung Flugfafen.

Die Hauptattrakion und der Touristenmagnet in Nazca sind die Nazca-Linien mitten in der Wueste, die man erst in den 20er Jahren entdeckt hat. Die Linien wurden von der prekolumbianischen Nazca-Kultur errichtet. Wie und warum ist allerdings bis heute ungeklaert und es gibt viele zum Teil sehr abenteuerliche Theorien. Eine deutsche Mathematikerin, Maria Reiche, hat ihr Leben der Erforschung der Linien gewidmet und laut ihrer Theorie wurden diese mit Hilfe von Seilen und komplexen mathematischen Berechnungen erschaffen. Erich von Daeniken sieht in den Linien natuerlich wieder mal einen Beweis fuer ausserirdische Besucher auf unserem schoenen blauen Planeten.

Fuer 60 US$ (der Preis variiert je nach Saison zwischen 40 und 90 US$) kann man in einer kleinen Chessna zu fuenft einen halbstuendigen Ueberflug machen und kaum ein Tourist laesst sich den entgehen. Ich hatte Glueck und durfte vorne neben dem Piloten sitzen und haette so im Notfall eingreifen koennen. Aber unser Pilot war mit seinen 6.000 Flustunden ein alter Hase und so konnten wir beruhigt unsere Fotos schiessen und sind sicher wieder gelandet.

Pilot und Copilot
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