Von Nazca aus ging es mit dem Nachtbus (purer Luxus: 180 Grad Liegesitze , Abendessen und Fruehstueck an Bord) nach Arequipa, mit knapp 800.000 Einwohnern die zweitgroesste Stadt Perus. Arequipa ist der ideale Ort, um sich auf dem Weg nach Cuzco und dem Titikakasee an die Hoehe zu gewoehnen. Ausserdem findet man in der Umgebung die zwei tiefsten Canyons der Welt, Cañon del Cotahuasi (3345m) und Cañon del Colca (3191m), die beide mehr als doppelt so tief wie der Grand Canyon in den USA sind.
Hier ein paar Eindruecke aus Arequipa, welche auch die weisse Stadt genannt wird, weil fuer den Bau der historischen Gebaeude das helle Sillar-Gestein vulkanischen Ursprungs verwendet wurde:
Die Kathedrale bei Nacht
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Ich hatte mich entschlossen, meine Kondition zu testen und habe eine Bergtour im Cañon del Colca gemacht. Die zwei Tage waren wirklich anstrengend, vor allem wegen der duennen Hoehenluft, aber auch wegen des wenigen Schlafes, denn es ging an beiden Tagen mitten in der Nacht los.
Ich wurde am Dienstag um 1 Uhr abgeholt und zum Busbahnhof gebracht, um dort den Bus zum Cruz del Condor zu nehmen, wo ich mit zwei 23 jaehrigen Deutschen zusammentreffen sollte, die einen Tag vorher gestartet sind. Nach fuenfstuendiger Fahrt ueber Schotterpisten in einem ueberfuellten Bus, auf der ich kein Auge zugetan habe, kam ich dann am Cruz an. Dort hatte ich viel Zeit um auf den Andencondor zu warten, den man mit viel Glueck hier antrifft. Nach drei Stunden liess sich ein junger Condor in einiger Entfernung blicken und da ich meinen Beobachtungsposten richtig gewaehlt hatte, konnte ich dank Tele ein paar Fotos schiessen. Eine weitere Stunde spaeter traf ich die beiden Deutschen Studis Alex und Kai sowie unseren 17 Jahre jungen Fuehrer Pablo und der Trek konnte endlich beginnen. Das Ziel der ersten Etappe war die Oase auf dem Grund des Canyons, die mit ihrem milden Mikroklima und den von weiten sichtbaren Swimmingpools lockt. Aber vorher war erst der vierstuendige steile und steinige Abstieg zu bewaeltigen. Gut und ohne Sturz unten angekommen gab es ein leckeres Mittagessen und nach kurzer Erholung schnappten wir uns unsere Rucksaecke, um den Weg fortzusetzen. Ein einstuendiger steiler Anstieg zu einem der kleinen Doerfer des Canyons haette mir dann fast den Rest gegeben, ich hatte ja durchgemacht, nicht geschlafen und die Jungs haben ein ordentliches Tempo angeschlagen, welches ich Opa nur mit Muehe mithalten konnte. Zum Glueck war das auch die letzte groessere Anstrengung des Tages, denn wir mussten nur noch eine Stunde bergab klettern, um endlich die Oase zu ereichen. Der Abend war nach diesem langem Tag fuer mich sehr kurz, nach einem Bad im kalten Pool, einem guten Abendessen, einer Tasse Mate de Coca und zwei Bierchen fiel ich um 20 Uhr ins Bett der spartanischen Huette unserer Unterkunft und war nach 5 Minuten eingeschlafen.
Mitten in der Nacht um 3 Uhr weckte uns Pablo und wir begannen im Dunklen den dreistuendigen Aufstieg. Um 5 Uhr konnten wir einen wunderschoenen Sonnenaufgang bewundern, allerdings hatte ich an diesem Punkt schon ganz schoen zu kaempfen. Der Pfad war sehr steil, meine aden schmerzten und die duenne Hoehenluft tat ihr Uebriges. Eine halbe Stunde spaeter erreichten wir endlich nach 1000 hart erkaempften Hoehenmetern den Rand des Canyons und ich war am Ende. Nassgeschwitzt und nach Luft schnappend, aber gluecklich mit den Jungspunden einigermassen mitgehalten zu haben. Eine weitere halbe Stunde spater kamen wir dann im Oertchen Cabanaconde an, wo uns ein leckeres Fruehstueck erwartete.
Alles in allem war die doch Tour sehr anstrengend, aber ich bin froh, sie gemacht zu haben. Die Landschaft ist absolut beeindruckend, das karge Hochland und die umgebenden schneebedeckten Gipfel der ueber 6000m hohen Vulkane bilden eine einzigartige Kulisse.
Eine eingeschworene Seilschaft: Kai, Pablo, Alex und ich (vrnl)
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