Jul 29 2011

Botswana

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Um nach Botswana zu gelangen muss man mit einer Fähre den Sambesi überqueren. Seit mehreren Wochen ist eine Fähre ausgefallen, so dass große Lastwagen nicht übersetzen können. Dieser untragbare Zustand hat die LKW-Fahrer dazu bewogen, den gesamten Grenzübergang zu blockieren. Als ich ankam waren deshalb überall große Trucks kreuz und quer über die Straße geparkt. Glücklicherweise war es mit dem Motorrad kein Problem, mit Zustimmung der Fahrer, an diesen vorbeizufahren und zum Grenzübergang zu gelangen.
Nach der Ausreise aus Sambia und der Überfahrt über den Fluß ging es zur Immigration in Botswana. Der Prozeß war unproblematisch, ich hatte lediglich das Problem, dass die Gebühren nur in Pula, der lokalen Währung, oder Rand bezahlt werden können. Deshalb musste ich meine US-Dollar im Büro der Fährgesellschaft tauschen, was einiges an Überredungs- und Verhandlungskunst forderte.
Nach der Durchfahrt durch ein Desinfektionsbad (Botswana hat große Maul-und-Klauen-Seuchen-Epedemien, deshalb gibt es verterinäre Checkpoints überall) ging es auf in die große Wildnis, glücklicherweise auf sehr guten Straßen.
Nach wenigen Minuten wurden meine Erwartungen erfüllt, direkt am Straßenrand hielt nahm Elephantenfamilie ihr Mittagessen ein. Das ist das erstemal, dass ich in Afrika Elephanten ausserhalb eines Parks treffe, ein tolles Erlebnis.

In Nata habe ich einen Zwischenstopp gemacht. Botswana ist sehr Dünn besiedelt. In einem Land doppelt so groß wie Deutschland leben insgesamt nur 2 Millionen Menschen. Deshalb sind die Ortschaften auf dem Land kaum als solche zu erkennen, bis auf eine weit gestreute Ansammlung von Hütten gibt es nichts, was auf eine Siedlung hindeutet. In Nata habe ich auch das erstemal Bekanntschaft mit den südafrikanischen Campern gemacht. Es war der Beginn der Osterferien und so sind unzählige Südafrikaner in top-ausgestatteten nagelneuen Geländewagen in Botswana eingefallen. Südafrikaner sind große Outdoorfans und Botswana bietet für sie mit seinen großen einsamen Weiten eine ideale Spielwiese. Die Zeltplätze waren gefüllt mit Südafrikanischen Familien, die ihr Lager in fast militärischer Präzision aufgebaut haben. Einige haben geländegängige Anhänger mit Zelt, Küche und allen Annehmlichkeiten dabei. Diese Anhänger kommen preislich schon sehr nah an den Wert eines Kleinwagens heran.

Von Nata aus ging es nach Gweta ins Planet Baobab, einer sehr schönen Lodge in mitten von faszinierenden alten Baobab-Bäumen. Baobab ist eines der Wahrzeichen Afrikas und überall südlich der Sahara zu finden. Dem massiven Baum mit dem dicken Stamm werden natürlich magische Kräfte zugesprochen und er ist Teil von Sagen und Mythen. Einige Exemplare sind weit über tausend Jahre alt, einer der größten und ätesten Bäume nahe Gwetas ist über dreitausend Jahre alt und war seit jehrer ein Orientierungspunkt für Karawanen durch die Kalahariwüste.
Nicht weit von Gweta entfernt findet man die Weiten der Mkghadikghadi Saltspfannen. Diese Salzpfannen sind ind er Regenzeit flache Seen und in der Trockenzeit hinterläßt das Wasser Ablagerungen von Salz, das in der Sonne zu einer festen weißen Schicht wird, welche man befahren kann. Die Salzpfannen und die umgebende Savanne bietet Lebensraum für unzählige Tiere und ist als Nationalpark geschützt.
Eigentlich wollte ich mit dem Motorrad zu einer Insel inmitten dieses Salzmeeres fahren, aber es hat angefangen zu Regnen und dann weicht das Salz auf und die Gefahr in dem lehmigen Untergrund einzusinken ist zu gross. Deshalb habe ich mich entschlossen, einen halbtägigen Gamedrive mit der Planet Baobab Lodge zu machen. Dieser war toll, ich hatte nette Begleitung von drei Mädels aus Sri Lanka und wir hatten viel Spaß. Inmitten der Zebramigration trafen wir auf riesige Zebraherden, unter welche sich GNU’s, Springböcke, Hartebeest’s und Nyalas mischten. Ein Höhepunkt war der Besuch einer Erdmännchenkolonie. Die Erdmännchen waren schon an Besucher gewöhnt, so dass wir uns mitten unter diesen agilen Tierchen mischen konnten. Ein Erdmännchen ist immer auf einem Aussichtspunkt um den Rest der Gruppe vor Raubvögeln zu warnen. Hierzu suchen es sich den besten Aussichtspunkt. Dieser kann auch auf dem Kopf eines der Rangers sein, was ein sehr witziges Bild ergab.

Von Gweta ging es nach Maun, dem Tor zu dem touristischen Höhepunkt in Botswana, wenn nicht im gesamten südlichen Afrika: dem Okavango-Delta. Diese riesige Fläche wird durch die Regefälle in Westafrika mit Wasser gespeist und jedes Jahr geflutet. Dann zieht es Tiere aus großen Entfernungen an und diese Migrationen sind ein unglaubliches Spektakel. Ich war noch zu früh für die Migration, die im August stattfindet, aber die Regenfälle in Namibia und Angola hatten das Delta schon geflutet. Ich habe mich entschieden, einen Rundflug über das Delta zu machen, um die Pracht von der Luft aus zu bewundern. Der einstündige Flug in einem Fünfsitzer kostet 55 EUR und ist damit erschwinglich. Auch wenn man von oben schon sehr genau hinsehen muss, um Tiere zu erkenne, war es ein schönes Erlebnis, die gesamte Pracht von oben zu bewundern. Wir konnten auch Herden von Giraffen und Elephanten erspähen, an welchen man aber natürlich schnell vorbeigeflogen ist, so dass es fast unmöglich ist, ein scharfen Bild mit Zoom im vibrierenden Flugzeug zu schiessen.

Nach Maun bin ich dann Richtung Südafrika weitergezogen. In Palpaye nur 80 Kilometer von der Grenze entfernt habe ich dann Roland aus Bayern wiedergetroffen, einen Motorradfahrer, dem ich das erstemal in der Planet Baobab Lodge begegnet bin. Wir haben dann beschlosssen gemeinsam weiterzuziehen, denn Roland befand sich auf dem Rückweg nach Port Shepstone an der South Coast Südafrikas, wo er sein Motorrad unterstellt. Roland arbeitet neun Monate im Jahr als Installateur und drei Monate ist er unterwegs. Die letzten Jahre hat er jede Ecke des südlichen Afrikas mit seiner Honda Dominator bereist. Das Motorrad hat er vor Jahren von Deutschland aus heruntergefahren und stellt es seit dem bei einem Freund und Mitgleid des lokalen Motorradclubs unter.

So sollte es dann am nächsten Tag wieder in Begleitung weiter nach Südafrika gehen.

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Jun 12 2011

Malawi und Sambia

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Ich hatte geplant in Malawi im gleichnamigen See zu tauchen, aber leider kam es anders. Ich habe es gerade noch mit den letzten Tropfen Benzin geschafft bis mach Muzuzu zu kommen, um dann an den Tankstellen kilometerlange Schlangen vorzufinden: wiedereinmal hat Malawi eine Benzinkrise erreicht. Im ganzen Land gibt es keinen Sprit. Ich bin im wundervollen MuzuzuZoo abgestiegen, einem legendären Backpackers, um mit Phil und Ray ein paar lustige Abende zu verleben, während ich mich tagsüber um Benzin auf dem Schwarzmarkt kümmre. Nach zwei Tagen konnte ich dann glücklicherweise 20 Liter für 50 US$ auftreiben, welche mich bis nach Sambia bringen sollten. Mit schweren Herzens habe ich mich dann am darauf folgenden Tag Richtung Chipata in Sambia aufgemacht und bin dort nach vorsichtiger Fahrt und 400 Kilometern mit 80 Km/h (um Benzin zu sparen) angekommen. Schade, schade, ich hätte gerne noch ein paar Tage am See verbracht, aber ohne Benzin hatte ich dazu einfach keine Ruhe. Niemand wusste, wann wieder Benzin verfügbar sein würde.

Von Chipata aus ging es über gute Teerstrassen nach Lusaka der Hauptstadt Sambias. Ich habe dort einen neuen Vorderreifen gekauft und aufgezogen und Öl gewechselt. Von Lusaka ging es zu den Viktoria Wasserfällen, dem größten Wasserfall der Welt und sicher einer der touristischen Highlights im südlichen Afrika.
Der Sambesi führt um diese Jahreszeit Hochwasser, so dass von den Wasserfällen vor allem der Nebel zu sehen ist. Dennoch ist dieses gewaltige Naturspektakel beeindruckend und eine Dusche an der Aussichtsplattform Pflicht. Ich habe noch zwei Deutsche Biker aus Nürnberg getroffen, Siggi und Gerdi auf ihren KTM’s LC4. Die sind die gleiche Strecke gefahren wie ich, allerdings müssen die immer ein paar Tage hinter mir gewesen sein und haben mich nun eingeholt.
Nächstes Ziel: Botswana, da freue ich mich schon drauf. Hier soll man Elefanten und anderes Getier noch zahlreich außerhalb der Nationalparks antreffen. Ich bin gespannt.

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Jun 12 2011

Uganda, Ruwanda, Burundi, Lake Tanganyika

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Nach einem kurzen Stopp in der Jungle Junction in Nairobi bin ich dann Richtung Uganda aufgebrochen. Wenige Stunden nachdem ich die JJ verlassen habe bin ich wieder auf der Nordhalbkugel und überquere die Grenze nach Uganda. Mein erster Stopp ist Jinja im Westen an der Quelle des Nils (wo er dem Viktoria See entspringt). Jinja ist bekannt für seine Stromschnellen und Whitewater Rafting. Bisher hatte ich Glück mit dem Wetter, die Regenzeit in Ostafrika ist verspätet. Was für die Bewohner vor allem des nördlichen Kenias eine Katastrophe ist (Hilfsorganisationen bringen Wasser und Lebensmittel dorthin um die Bewohner vor dem Verhungern aufgrund der Dürre zu retten), ist für uns privilegierte Reisende aus dem Westen ein Glück. Der erste Vorbote der Regenzeit erwischt mich auf der nur 100 Kilometer langen Etappe von Jinja nach Kampala, auf welcher ich in einen starken Regenschauer gelange. Da ich zu faul war anzuhalten, kam ich durchnässt am in der Hauptstadt an. Diese präsentierte sich von ihrer schlechtesten Seite, auf dem Weg zu meinem Hostel musste ich durch den zentralen Taxi- und Minibusknoten, so dass ich eine geschlagene Stunde im Regen- und Verkehrschaos verbrachte.
Insgesamt war ich wieder zu lange in Kampala, aber die Stadt hat sich entwickelt und nach einer Woche habe ich regelrecht eine Beziehung zu ihr aufgebaut. Im Backpacker Hostel (der Besitzer dachte sich wohl beim Namen: doppelt gemoppel hält besser ;-)) habe ich nette Leute getroffen und fataler weise war Donnerstag eine Tag nach meiner Ankunft St. Patricks Day, Freitag und Samstag kocht Kampala wie jedes Wochenende. Demnach musste meine Leber wieder mal vier feuchtfröhliche Nächte am Stück durchhalten.
Der Abschied fiel schwer, aber ich muss weiter. Nächster Stopp: Mutchison Falls National Park. Das Gute in Uganda ist, man darf mit dem Motorrad in die Nationalparks! Demnach ist ein “Two Wheel Game Drive” möglich. Die Fahrt von dem Eingang des Parks bis zum Camp war dann auch sehr spannend. Man sieht doch den ein oder anderen Schatten im dichten Grün des Waldes. Was mache ich, wenn ich jetzt einen Platten bekomme? Am besten Schlüssel beim Reifenwechsel stecken lassen und wenn ein hungriger Löwe oder Leopard auftaucht, Motor anschalten und ordentlich aufheulen lassen. Das wird ihn hoffentlich abschrecken …

Nachher habe ich im Lonely Planet gelesen, dass auf der Seite des Parks, durch den ich gefahren bin, kaum Wild zu finden ist. Naja, war trotzdem aufregend so alleine in der Wildnis ohne Karosse zum Schutz.
Ich bin sehr froh, dass ich Uganda nicht ausgelassen habe. Ein tolles Land, so grün, freundliche Leute und noch dazu günstig. Ein Höhepunkt in Uganda ist sicherlich der Lake Bunyonyi im Süden. Die Gegend wird die Schweiz Ostafrikas genannt und nicht ohne Grund. Berge und Grün überall. Seen an jeder Ecke, von denen Lake Bunyonyi definitiv der schönste ist. Hier kann man Kajaktouren machen, wandern oder einfach nur entspannen. Leider hat es fast jeden Tag am See geregnet, denn nun ist endlich die Regenzeit angekommen.
Von Uganda ging es weiter nach Ruanda. Nach dem Genozid von 1992-93 hat sich das Land wirtschaftlich erholt und ist nun eines der Paradebeispiele für gute Entwicklung in Afrika. Kaum zu glauben nachdem vor gut zwanzig Jahren die Hutus über die Tutsis hergefallen sind und Nachbarn die Kinder ihrer Nachbarn brutal geschlachtet haben. Aber Ruanda ist eines der saubersten Länder Afrikas, hier sind sogar Plastiktüten verboten. Kigali ist klein und fein. Das Genozid-Memorial, vor allem der Bereich mit den Geschichten von ermordeten Kindern, lässt kein Auge trocken. Es gibt eine Genozidausstellung, in welcher fünf Völkermorde weltweit beleuchtet werden, Deutschland ist hier gleich zweimal vertreten (die Hereros 1912 in Namibia, vormals Deutsch Südwestafrika, und natürlich die Juden 1933-45, weitere Völkermorde: Armenier in der Türkei 1915, Khmer Rouge 1975 in Kambodscha, Jugoslawien 1990).

Burundi war nur eine Durchgangsstation, um die Strecke zum Lake Tanganyika abzukürzen. Auf der Karte sieht die Straße parallel zum Lake Tanganyika relativ gut und wichtig aus, immerhin handelt es sich um eine Sekundärstraße. Vor Ort allerdings ergibt sich ein anderes Bild. Die Abzweigung auf die B8 habe ich nur dank GPS gefunden. Die B8 war nichts weiter als ein breiterer Feldweg, es hätte genauso gut eine Einfahrt zu einer Hütte sein können. Die nächsten 900 Kilometer versprachen spannend zu werden! Die ersten 350 Kilometer waren die schlimmsten. Es regnete in Strömen, die Gegend immer verlassender und nach 50 Kilometern war ich im Nirgendwo. Die Piste war die reinste Schlammschlacht mit halbmetertiefen Schlammlöcher. Ich war doch erstaunt, wie gut und ohne Sturz ich mit meiner treuen Tenere diese schlechte Etappe gemeistert habe.
Die weiteren 550 Kilometer gingen dann, die Straße war schlecht, aber zumindest war ich wieder unter Menschen und durch den erhöhten Verkehr war der Lehm so verdichtet, das ich gut durchkam. Ein besonderes Erlebnis war die Durchquerung des Katavi-Nationalparks, hier sah ich große Herden von Impalas, Zebras, Giraffen und sogar einen Elefanten, der weiter vor mir die Straße überquerte. Die Tiere in der freien Wildbahn und vor allem alleine auf dem Motorrad zu sehen ist nochmal was ganz anderes.
Mbeya war die letzte Station in Tanzania, Malawi, ich komme!

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Jun 12 2011

Tansania und Sansibar

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Jami war schon einen Tag eher vorgefahren, denn er wollte sich auf Sansibar mit einem finnischen Freund treffen. Ich habe mich also alleine auf den Weg gemacht und werde ihn auf der Insel treffen. Die Straße war bis auf 65 Kilometer Lehmpiste nach der Tansanischen Grenze in bestem Zustand und so bin ich abends in Daressalam angekommen. Das Motorrad und den Großteil meines Gepäcks habe ich im Safari Inn zurückgelassen, mir einen billigen Rucksack gekauft und am übernächsten Morgen die Fähre genommen. Nach fünf Monaten auf dem Motorrad ein kurzes Intermezzo als Rucksacktourist. Ich war insgesamt über eine Woche auf Sansibar, eine Woche in Nungwi Beach im Norden, bekannt als Partystrand. Als ich dort am Sonntag ankam, war der Ort wie ausgestorben, denn einen Tag vorher war eine der berühmt berüchtigten “Fullmoon-Parties”, die sich von Don Pi Pi in Thailand über den gesamten Globus ausbreiten. Weltweit ist es die gleiche Mischung aus Strand, nackter Haut, elektronischer Musik, Alkohol und Drogen, welche Hunderte bis Tausende von Partyhungriger anlockt. Nungwi war aber nicht so schlimm, wie es sich anhört. Natürlich ist Sansibar generell touristisch über entwickelt, glücklicherweise hat die Insel immer noch viele einsame Strände und die Pauschaltouristen bleiben größtenteils in Ihren All-Inclusive-Ressorts. Nachdem die Fullmooner ihren Rausch ausgeschlafen hatten ist Nungwi wieder zum Leben erwacht und die Strandbars waren voll und die Stimmung gut. Ich habe mich mit Barbara aus Deutschland und Joris, einem DJ aus Amsterdam, angefreundet und wir hatten viel Spaß zusammen. Natürlich war ich auch Tauchen, East Africa Divers waren nur wenige Schritte vom Jambo Guest House entfernt, in welchem ich mir mit Barbara und Joris ein Zimmer teilte. Ich habe insgesamt vier Tauchgänge gemacht und viele neue Unterwasserbewohner gesehen, unter anderem Weedy und Mautitius Lionfish und viele viele Frogfish. Sogar ein Stonefish zeigte sich uns. Barbara hat ihr außerordentliches Talent beim Aufspüren von aquatischen Liebespaaren unter Beweis gestellt und direkt ein Moränen-, Tintenfisch- und ein sich paarendes Nacktschneckenpärchen gefunden. Nach einer Woche ist dann auch Jami zu uns gestoßen (er hat sein Motorrad auf die Insel mitgenommen, was 200 US$ und ein wenig Bestechungsgeld an dem ein oder anderen Kontrollpunkt gekostet hat) und Joris, Barbara, Jami und ich haben ein Boot gechartert und einen Angelausflug gemacht, gut ausgerüstet mit Bier und Ködern ging es raus aufs Meer. Joris ist Hobbyangler und wollte einen großen Fang machen. Leider war der Anglergott ihm nicht gnädig gestimmt und so hat kein einziger Fisch angebissen. Wir hatten aber dennoch eine Menge Spaß und haben einen tollen Sonnenuntergang gesehen.

Noch ein paar Tage in Stonetown und dann ging es für Jami und mich wieder aufs Festland und dann direkt weiter nach Arusha. Meine bisher längste Tagesetappe, etwa 640 Kilometer, brachte uns dann zum Masai Camp. Wir hatten eine Empfehlung bezüglich eines Safarianbieters bekommen, ein Südafrikanisches Pärchen hatte und von Bobbytours in Nairobi vorgeschwärmt. So haben wir nicht verglichen, sind direkt zu Bobby gegangen und haben dort nach längerer Suche weiterer Teilnehmern mit Jay aus Canada und Ryan aus Südafrika eine 4 Tage / 3 Nächte Zeltsafari in die Serengeti und den Ngorongorokrater für gesalzene 620 US$ gebucht. Leider haben wir nicht denselben Fahrer/Führer bekommen, den uns die Südafrikaner ans Herz gelegt hatten und so machten wir eine ganz andere aber dennoch interessante Erfahrung mit Bobbytours. Unser Fahrer war milde gesagt nicht besonders Entgegenkommend bezüglich unsere Wünsche und Vorschläge. Direkt am ersten Tag, wir waren selbst verschuldet spät aufgebrochen und fühlen uns unter Druck, schnell in der Segengeti anzukommen, hielt er in Front eines Souvenirshops an und sagte, in einer halben Stunde ginge es weiter. Wir müssten Holzkohle kaufen. Wir waren damit selbstverständlich nicht einverstanden und schlugen vor, den Vorgang (es könne ja nicht so lange dauern einen Sack Kohle auf das Dach zu hieven) auf 10 Minuten zu verkürzen. Darauf machte unser Fahrer ein Theater und wurde regelrecht aggressiv. Er meinte, wir würden seine Erfahrung und Urteilskraft unterschätzen. Ich war kurz davor, die gesamte Safari abzubrechen und einen neuen kooperativen Fahrer beim Veranstalter anzufordern. Zum Glück waren meine Begleiter etwas ruhiger und konnten mich beruhigen, weitere größere Zwischenfälle blieben glücklicherweise für den Rest der Tour aus, auch wenn unser Führer/Fahrer nicht zu viel über die Flora und Fauna der Serengeti zu berichten wusste. Immerhin brachte er uns zur einzigen Bar in dem Nationalpark (dummerweise hatten wir weder Wein noch Bier mitgenommen), was wir ihm hoch anrechneten und sich unsere Beziehung nach ein paar Flaschen Bier in besagter Bar wesentlich verbesserte. Wir habe alle der Big Five (Löwe, Gepard, Büffel, Elephant, Nashorn) gesehen, weiterhin Leoparden, Hyänen, Schakale und sogar einen sehr seltenen Serval, eine kleine Raubkatze.
Zurück in Arusha im Masai Camp haben wir dann Andrea getroffen, einen Fahrradfahrer, der von Kairo nach Kapstadt radelt. Ich habe ihn ein paar Monate vorher auf der Fähre von Assuan nach Wadi Halfa im Sudan getroffen. Ein schöner Zufall.
Nun ist nach drei Monaten durch Dick und Dünn der Zeitpunkt gekommen, an dem Jami und ich uns trennen. Jami will direkt nach Malawi und ich mir Uganda und Ruanda nicht entgehen lassen. So trenne sich unsere Wege und ich fahre zurück gen Norden, nach Nairobi und Jami gen Süden, Richtung Dodoma, der Tansanischen Hauptstadt.

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Mrz 28 2011

Kenia

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Die Straße durch das Oromo-Tal auf Äthiopischer Seite ist asphaltiert und in bestem Zustand. Die 750 Kilometer von Addis nach Moyale haben wir komfortabel in zwei Tagen zurückgelegt, mit Zwischenstopp in Awasa am gleichnamigen See.
Die Ausreise aus Äthiopien war im Gegensatz zur Einreise problemlos und vor allem kostenlos. Auf Kenianischer Seite wurden wir dann extrem positiv überrascht: die Einreise hat insgesamt fünf Minuten gedauert und nichts gekostet. Das war bisher die schnellste Grenzüberquerung!
Moyale ist wieder so eine Grenzstadt, allerdings auf Kenianischer Seite nicht so zwielichtig wie Metema, denn im Norden Kenias ist die Mehrheit Muslimisch. Deshalb war es auch abends schwieriger, ein kühles Bier aufzutreiben. Wir sind dann in der einzigen Bar des Ortes gelandet, der “Prison Canteen”, stilecht überall vergittert. Im “Prison” hatte ich dann mein erstes Tusker, Kenias bekanntestes Bier, und Ugali, ein Maisbrei, ähnlich Polenta in Italien, aber ohne jegliche Würze, noch nicht einmal Salz. Schmeckt sehr neutral, sättigt dafür aber gehörig und mit Soße ist Ugali sogar zu ertragen. Am nächsten morgen ging es dann früh los nach Marsabit, 200 Kilometer schlechteste Schotterpiste. Beim Packen der Motorräder haben wir ein Paar aus Ulm getroffen, die mit ihren BMW R100 am Vorabend aus Marsabit angekommen waren. Die haben für die Strecke 13 Stunden gebraucht und erzählten uns von metertiefen Spurrillen und fußballgroßen Steinen. Mit diesen Horrorgeschichten im Hinterkopf machten wir uns auf den Weg. Die Strecke fängt mit einer stark geriffelten Buschpiste aus Lehm an, wird dann nach einem viertel immer steiniger, denn man kommt in eine Wüste aus Vulkangestein. Die losen Felsen werde immer größer und die Spurrillen tiefer, allerdings hatten wir aufgrund der geschürten negativen Erwartungshaltung schlimmeres erwartet. Unsere Durchschnittsgeschwindigkeit fiel auf etwa 30 Km/h, so dass wir die gesamte Strecke in 7,5 Stunden zurücklegen konnten. Verstaubt und müde, aber guter Dinge kamen wir unfallfrei in Marsabit an. Am nächsten morgen ging es weiter nach Isiolo, weitere 250 Kilometer, allerdings nur noch 150 Kilometer auf Schotter, danach fängt der Asphalt an. Die 150 Kilometer sind einfach wurde uns versichert, so dass wir eine erholsame Fahrt erwarteten. Die Piste hatte es aber dennoch in sich: fast die ganze Strecke Riffelblech, so dass Mensch und Maschine ordentlich durchgerüttelt wurden, unterbrochen durch sandige tiefe Passagen, die höchste Konzentration erforderten. Hier hat es mich und Jami dann auch hingeschmissen, beide sind wir an unterschiedlichen Stellen vom Motorrad geflogen. Es ist uns nichts Schlimmes passiert, die Alukoffer waren etwas verbogen, aber das macht nichts.
Wir waren doch unsäglich erleichtert, als wir endlich wieder Asphalt unter den Rädern hatten. Die Strecke von Isiolo zum Mt. Kenya war ein Klacks und wir machten einen Zwischenstopp in Nanyuki, wir konnten im Sportsmans Arm Hotel, einem gehobenen Mittelklassehotel, campen und Restaurant, Bar und Pool mit Sauna nutzen. Nach einem Tag Erholung machten wir uns auf den Weg nach Nairobi, zur Jungle Junction, dem berümten Overlander-Treffpunkt in Ostafrika.

Nairobi ist das Geschäfts- und Finanzzentrum Ostafrikas und hat eine vernünftige Innenstadt, Hochhäuser, saubere Straßen mit durchgängigen Bürgersteigen, Cafes, Restaurants, Einkaufszentren und Hotels. Andere Hauptstädte auf der Reise, beispielsweise Addis Abeba, fühlten sich eher an wie ein riesiges Dorf, es gibt wenig Unterschied zu den Dörfern und kleineren Städten auf dem Land, nur mehr Blechhütten und natürlich abwechslungsreichere Kost und bessere Küche.
Die Schotterpisten in Äthiopien haben unseren Reifen stark zugesetzt und Jami und ich benötigten beide neu Hinterreifen. Jami hatte Glück und ein KTM-Händler hatte noch genau einen 17 Zoll Reifen (200 EUR, kostet bei uns 90 EUR). Ich hatte mich schon darauf eingestellt, einen von Thorsten (www.off-the-road.de) zu bestellen (3 Wochen Lieferzeit + heftige Zollgebühren). Ich hatte jedoch riesiges Glück, denn ein Haufen Dänen (www.33-55.dk) ist in der Jungle Junction aufgeschlagen, zwei Yamaha Teneres, das gleiche Motorrad wie meines, und ein Landcruiser als Support Fahrzeug. Die hatten einen Hinterreifen übrig und so konnte ich einen neuen Reifen für 140 EUR erstehen, in Afrika ein Schnäppchen.

Mit neuen Hinterreifen und Jami noch mit einer neuen Original-Dichtung für seine Gabel sind wir nach 10 Tagen (wieder viel zu lange!) in Nairobi endlich nach Mombasa am Indischen Ozean aufgebrochen. Das Mombasa Backpackers war ein Volltreffer, eine riesige Villa mit Pool, da zwei Südafrikaner angemietet haben, nur wenige Minuten von Nyali Beach entfernt. Nach der gefährlichen Strecke Nairobi-Mombasa mit unzähligen Lastwagen (oft zwei entgegenkommende überholende LKWs, so dass wir in den Straßengraben gezwungen wurden) eine willkommene Erholung. Weiter ging es zur Tiwi Lodge an der Tiwi-Beach, einem abgelegenen Campingplatz an einem tollen einsamen Strand. Ich habe dort zwei Tauchgänge gemacht, die Sicht war mittelmäßig aber alles in allem ein schönes Erlebnis. Unser Ausflug ans Meer sollte damit aber nicht zu Ende sein, denn das nächste Ziel war Sansibar in Tansania, 500 Kilometer gen Süden.

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